Trägerweiter Einsatz für Menschen mit Gewalt-Erfahrungen
Trier. Abseits der reinen statistischen Betrachtung oder des wachsenden medialen Interesses wird zunehmend ein deutlicher Anstieg an Aggression in der bundesweiten gesellschaftlichen Entwicklung spürbar. Folgerichtig wird nicht auszuschließen sein, dass zu uns auch Menschen in die Einrichtungen kommen werden, die auf unterschiedliche Weise Gewalt-Erfahrungen aufweisen.
„Als kirchliche Trägergesellschaft sehen wir uns deshalb in der Verantwortung, uns vorausschauend und ohne Vorliegen eines konkreten Falles rechtzeitig auf den Weg zu machen“, sagte ctt-Geschäftsführerin Vera Bers anlässlich einer Pressekonferenz in der Trägerzentrale. Dort präsentierten die Ansprechpartner der neuen ctt-Schutzgruppe Aufgaben und Ziele der Öffentlichkeit.
Prävention ist der beste Schutz
Unter der Leitung von ctt-Geschäftsführerin Vera Bers hat erstmals eine ctt-trägerweite Schutzgruppe vor Weihnachten ihre Arbeit aufgenommen. Vergleichbar mit den präventiven Arbeiten, wie beispielsweise die der Feuerwehr, kommt die ctt-Schutzgruppe regelmäßig einmal im Quartal zusammen. Im Bedarfsfall tritt die Schutzgruppe der ctt selbstverständlich häufiger zusammen, um die entsprechenden Fallbesprechungen und Beratungen zeitnah vornehmen zu können. Der Netzwerkgedanke und das Learning der Sparten untereinander werden intensiv gepflegt.
Spezialwissen aus allen Sparten
Da sich Schutzbedürftigkeit über sämtliche Altersgruppen erstreckt, gehören dem Netzwerk Vertreter sämtlicher ctt-Sparten an. Ein besonderes Spezialwissen ist oft im Bereich von sehr jungen Patienten aufgrund der Komplexität erforderlich, um die notwendigen Maßnahmen zum Schutz des Kindes umgehend einleiten zu können. Im Herbst wurde deshalb im Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich eine interdisziplinär aufgestellte Kinderschutzgruppe namens „Känguruh“ installiert.
Doch nicht nur sehr junge Menschen sind von Gewalt-Erfahrungen betroffen, zu denen die Schutzgruppe auch Formen von Vernachlässigung und Verwahrlosung zählt. Sie sind in jeder Altersgruppe anzutreffen. Sowohl für die Entdeckung als auch die spezifische Behandlung ist ein fundiertes Spezialwissen vonnöten. In den Sparten der Altenhilfe, Reha und Jugendhilfe gibt es hierzu bereits einige konzeptionelle Ansätze.
Weiterentwicklung der Konzepte
„Es war mir ein wichtiges Anliegen, die ctt-Schutzgruppe direkt bei der Geschäftsführung anzusiedeln“, betont ctt-Geschäftsführerin Bers. „Die uns anvertrauten Menschen sollen bei uns die bestmögliche Umsorgung erfahren. Das ist insofern nicht immer ganz einfach, weil wir nicht immer alle Wünsche – und damit meine ich ganz besonders die nicht ausgesprochenen Wünsche – im Detail so gut sofort erkennen können.“ Auch diese Frage will die ctt-Schutzgruppe bei der Weiterentwicklung der Konzepte innerhalb der Sparten aufgreifen.
Es ist das Anliegen der ctt-Schutzgruppe, für die spezielle Thematik zu sensibilisieren, Mitarbeitenden in allen Sparten eine Orientierungshilfe und die Sicherheit für einen möglichen Notfall zu geben. Zur Unterstützung des Arbeitsalltags der Mitarbeitenden werden deshalb nicht nur die jeweiligen Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sondern es wird auch eine verbindliche Infrastruktur für den Notfall geschaffen. „Darüber hinaus werden wir den Mitarbeitenden mit einem geeigneten Fort- und Weiterbildungsangebot die Vermittlung der erforderlichen Sachkompetenz ermöglichen.“
Ansprechpartner
In diesem Netzwerk der ctt-Schutzgruppe sind derzeit folgende Kompetenzbereiche mit folgenden Ansprechpartnern
abgedeckt:
- Altenhilfe (Andrea Tokarski / Altenhilfe, Qualitätsmanagement, Ethik)
- Jugendhilfe (Herbert Heitland / Aspekte der Jugendhilfe)
- Kinderschutzgruppe (Dr. med. Claudia Kallfelz / Kinderschutzgruppe „Känguruh“)
- Fachkliniken (Stefan Werron / Aspekte des Reha-Bereiches)
- Akutkliniken (Dr. med. Winfried Holz / Aspekte der medizinischen Versorgung)
Außerdem sind Peter Schon, Krankenhausdirektor des Verbundkrankenhauses Bernkastel/Wittlich, und Gerhard Tauer, Leiter des Geschäftsbereiches Personal der ctt, in beratender Funktion für die Schutzgruppe tätig.
Kontakt:
Leiterin der Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Claudia Gerstenmaier
cusanus trägergesellschaft trier mbH
Friedrich-Wilhelm-Straße 32 | 54290 Trier
Tel.: 0651 7167 130 | Fax: 0651 7167 131
E-Mail: c.gerstenmaier(at)ctt-zentrale(punkt)de


