Innovative Lebensformen am Lebensende

Das Palliativzimmer »Oase der Geborgenheit« des Alten- und Pflegeheims St. Sebastian in Nunkirchen ist barrierefrei gestaltet. Warme Farben, durchdachte Lichtgestaltung und ausgewählte Details unterstreichen das angenehme und komfortable Ambiente des Zimmers.

Der Entspannungs- und Rückzugsraum »Gudd Stubb« im Alten und Pflegeheim St. Hildegard in Wadgassen-Hostenbach ist liebevoll im Stil der 50er und 60er Jahre gestaltet.

16. Mai 2018

Erfolgreicher Projektabschluss in den Alten- und Pflegeheimen St. Sebastian und St. Hildegard

 

Nunkirchen/Wadgassen. »Es gilt, nicht dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben zu schenken.« Die Alten und Pflegeheime St. Sebastian und St. Hildegard haben sich das Motto der englischen Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin, Cicely Saunders, der Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin, zu Herzen genommen und dafür Raum geschaffen. So ist im Alten- und Pflegeheim St. Sebastian in Nunkirchen ein Palliativzimmer und im Alten- und Pflegeheim St. Hildegard in Wadgassen-Hostenbach ein Entspannungs- und Rückzugsraum entstanden.

Ihre Projektvorschläge, die die Teams der beiden Senioreneinrichtungen bei der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung zum Förderprojekt »Innovative Lebensformen am Lebensende« eingereicht hatten, erhielten eine finanzielle Unterstützung von jeweils 10.000 Euro.

Durch das Förderprojekt der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung werden Projekte mit innovativen Lebens- und Wohnformen, die speziell auf die Behandlung und Betreuung sowie die individuellen Bedürfnisse von älteren und demenziell erkrankten Menschen am Lebensende ausgerichtet sind, unterstützt.

Das von Pastor Stefan Sänger eingeweihte neue Palliativzimmer »Oase der Geborgenheit« im Alten- und Pflegeheim St. Sebastian bietet nun zusätzlich zum palliativen Konzept der Einrichtung eine Begleitung in wohnlicher und ruhiger Atmosphäre an und ist auf die besonderen Anforderungen von Betroffenen in der Sterbephase ausgerichtet. »Der Name ›Oase der Geborgenheit‹ soll sowohl die Rundum-Versorgung in familiärer Atmosphäre beschreiben, als auch das Zimmer als einen Ort der Erholung und Entspannung darstellen. Wir möchten dem Gast hier die Möglichkeit geben, sich in der letzten Lebensphase sicher, umsorgt und angenommen zu fühlen«, so Heimleiterin Sabine Lang bei der Einweihung in Nunkirchen.

Das barrierefrei gestaltete Zimmer bietet neben einem speziellen Pflegebett, einer vollständig ausgestatteten Küchenzeile, einem Kleiderschrank, einem Tisch mit Stühlen, einem Fernseher, einem Bad mit WC und Dusche auch eine Übernachtungsmöglichkeit für Angehörige und Freunde. Um eine optimale physische, psychische, soziale und spirituelle Begleitung sowie Versorgung bieten zu können, arbeitet das Team eng mit Allgemein- und Fachärzten, Seelsorgern, dem Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentrum und der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) zusammen.

Zur Einweihung des neuen Palliativzimmers sowie zur neu gestalteten Gedenkstätte im Eingangsbereich des Alten- und Pflegeheims gratulierten Schwester Marianne Meyer, Mitglied des Vorstandes der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung, und Alexander Schuhler, Geschäftsführer der Marienhaus Senioreneinrichtungen GmbH, dem Projektteam und bedankten sich für die vorbildliche Umsetzung.

Im Alten- und Pflegeheim St. Hildegard in Wadgassen-Hostenbach wurde derweil der neu eingerichtete Entspannungs- und Rückzugsraum für Menschen mit demenzieller Veränderung mit dem Namen »Gudd Stubb« von Pastor Peter Leick eingeweiht. »Mit der Etablierung dieses besonderen Raumes können wir zukünftig auf Stresssituationen, die bei Menschen mit demenzieller Veränderung schnell Angst und Unruhe auslösen können, zügig und adäquat reagieren«, erklärt Heimleiterin Stefanie Klos die Notwendigkeit des Raumes.

Der Raum bietet betroffenen Bewohnern die Möglichkeit, sich in Stresssituationen zurückzuziehen und zu entspannen. Durch vertraute Betreuungspersonen erfährt der Bewohner eine Einzelbetreuung. Möbel und liebevoll ausgewählte Gegenstände im Stil der 50er und 60er Jahre sollen bei den Bewohnern Erinnerungen wecken und mithilfe von »Snoezelen«-Elementen eine Atmosphäre der Entspannung und des Vertrauens schaffen. Das niederländische Wort »Snoezelen« beschreibt ein Konzept zur Aktivierung und Stimulation der primären Sinne. Durch Musik, Lichteffekte und angenehme Gerüche soll die sensitive Wahrnehmung verbessert und desorientierte Menschen Ruhe und Entspannung erfahren.

Zur Einweihung des Entspannungs- und Rückzugsraums gratulierten Andrea Tokarski, Leiterin des Bereichs Qualität, Pflege und Entwicklung, sowie Christoph Drolshagen, Vorsitzender der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung, die von der Idee des Entspannungs- und Rückzugsraums und deren Umsetzung begeistert waren.

Kontakt

Kontakt

cusanus trägergesellschaft trier mbH

Friedrich-Wilhelm-Straße 32
54290 Trier
Telefon0651 7167-0
Telefax0651 7167-198