Viele ältere und immobile Menschen in Pflegeeinrichtungen können medizinische Untersuchungen nur mit großem organisatorischem Aufwand wahrnehmen. Transporte in Praxen oder Krankenhäuser sind für diese Patientengruppe häufig belastend und können mit zusätzlichen Risiken verbunden sein. Genau hier setzt DIKOM – Diagnostik-Konsil im Pflegeheim mittels mobiler Geriatrie Unit an: Das innovative Versorgungsangebot bringt moderne Diagnostik direkt dorthin, wo sie gebraucht wird.
Beim Hauptstadtkongress in Berlin wurde DIKOM einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt verfolgt das Ziel, vermeidbare Krankenhauseinweisungen von Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohnern zu reduzieren und zugleich die diagnostische und therapeutische Versorgungsqualität zu stärken.
Herzstück des Projekts ist die Mobile Geriatrische Diagnostikeinheit. Sie ermöglicht unter anderem CT, Röntgen, Ultraschall, EKG, EEG und Point-of-Care-Labordiagnostik direkt vor Ort. Die erhobenen Befunde können digital übermittelt und telemedizinisch durch angebundene Fachärztinnen und Fachärzte mitbeurteilt werden. Damit verbindet DIKOM mobile Hochleistungsdiagnostik mit einer eng abgestimmten intersektoralen Vernetzung zwischen Pflegeeinrichtungen, behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Konsiliarärzten und Klinik.
Das Caritas-Krankenhaus Lebach und die ctt sind als Konsortialpartner maßgeblich am Projekt beteiligt. Ideengeber und Konsortialführer ist Prof. Dr. Klaus Faßbender, Chefarzt der Geriatrie am Caritas-Krankenhaus Lebach. Die Patientinnen und Patienten werden am Caritas-Krankenhaus Lebach geführt. Die Klinik verfügt über einen altersmedizinischen Schwerpunkt und möchte diesen künftig weiter ausbauen.
Auch technologisch setzt DIKOM Maßstäbe: Nach aktuellem Kenntnisstand ist das integrierte CT weltweit einzigartig, da es batteriebetrieben und für einen vollen Einsatztag autark nutzbar ist. Die ctt hat zudem an der Entwicklung der IT-Infrastruktur für die digitale Vernetzung zwischen mobiler und stationärer Gesundheitsversorgung mitgewirkt.
Nach der Zulassung ist das DIKOM-Mobil nun bereit für die ersten Einsätze. Ab Mitte August fährt es unter ärztlicher Leitung von Silvia Rauen die ersten Pflegeeinrichtungen an. Möglich wird dieser Schritt durch das große Engagement des gesamten DIKOM-Teams.
Im weiteren Projektverlauf werden die Effekte des Versorgungsmodells wissenschaftlich evaluiert. Untersucht wird unter anderem, ob vermeidbare Krankenhauseinweisungen reduziert, die Versorgungsqualität verbessert und Patientinnen, Patienten, Angehörige, Pflegepersonal sowie Ärztinnen und Ärzte entlastet werden können.
Save the date: Am 25.08. wird das DIKOM-Mobil offiziell am Caritas-Krankenhaus Lebach vorgestellt. Interessierte haben die Möglichkeit, das Mobil vor Ort kennenzulernen.
Alle Informationen zum Projekt gibt es hier: Diagnostik-Konsil Im Pflegeheim Mittels Mobiler Geriatrie Unit

